Arua

Die mit 56.000 Einwohnern größte Stadt im Nord-Osten Ugandas ist die „Transitstadt“ auf dem Weg Richtung Kongo, denn die kongolesische Grenze ist nicht weit.

Alles begann damit, dass Msgr. Dr. Cosmas Alule nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Promotion in Frankfurt in die Seelsorge seiner Heimatdiözese zurückkam und in der Gemeinde „Christ the King“ in Arua Pfarrer wurde. Mit seiner Hilfe schwappte die Kolpingidee von Vurra nach „Christ the King“ und es entstand eine Kolpingfamilie in Arua.

2005 zum Weltjugendtag brachte Cosmas Alule  dank der Hilfe des Ugandakreiseses acht junge Leute mit nach Deutschland, davon 7 aus Arua, unter anderem den späteren Vorsitzenden  der Kolpingsfamilie Sebastian Butele, den späteren bei Charly Grote geschulten „Bäckereifachmann“ Jackson Aliga und die spätere Kolpingkoordinatorin für den Bereich West-Nil Lillian Lee Asibazuyo.

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Weltjugendtagsgruppe bei einem Musikvortrag in Altena 2007

Diese Zeit der Begegnung hier in Deutschland mit so vielen jungen Leuten aus Uganda gab der Partnerschaft noch einmal einen wichtigen Impuls. Es war toll, den Wissensdurst und die Neugier zu spüren, aber auch diese Fröhlichkeit und den tiefen Glauben der Afrikaner.

So ist ein besonderes Erlebnis auch der Besuch eines Sonntagsgottesdienstes. Egal ob in einer kleinen hüttenähnlichen Dorfkirche oder in der Hauptpfarrei „Christ the King“ in Arua: Überall spürt man eine große Lebendigkeit und Freude des Glaubens.

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Die Kirche ist bist auf den letzten Platz gefüllt und sogar noch vor der Kirche stehen Leute, um dem Gottesdienst zu folgen. Ein wichtiges Element dieser Gottesdienste sind die fröhlichen Lieder, die von Trommeln und Adungus (afrikanischen Harfen) begleitet werden. Gerade an Festtagen ist es keine Seltenheit, dass in den Gottesdiensten auch getanzt, geklatscht und gejubelt wird.

 Msgr. Dr. Cosmas Alule hatte aufmerksam wahrgenommen, dass auch in Arua eine wachsende Nachfrage nach Backwaren durch Gastronomiebetriebe und Berufstätige entstand. Brot wurde aus der 500 km entfernten Hauptstadt Kampala geliefert. So entstand die Idee, unter der Regie der Kolpingsfamilie Arua eine  Bäckerei zu bauen. Damit wollte man die Versorgung mit frischen Backwaren verbessern, Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffen und mit dem Überschuss andere Aktionen ermöglichen.

Bäckermeister Karl-Heinz Grote ließ sich für das Projekt begeistern. Bäckerei-Kollegen, die ihren Betrieb aufgegeben hatten, waren bereit, kostenlos oder preiswert ihre Einrichtungen abzugeben. Backzutaten wurden durch Jackson Aliga aus Arua 2006 zum Probebacken nach Langenholthausen gebracht. Er ließ sich in einem sechswöchigen Praktikum Rezepte und Betriebsabläufe zeigen.

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Schließlich konnte eine komplette Bäckerei-Ausstattung in einem Container verschickt werden.

In der Zwischenzeit hatte die Kolpingsfamilie Arua vom Bischof ein Haus gemietet und dieses in Eigenhilfe zu einer Bäckerei umgebaut.

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Im Oktober 2007 reiste Charly Grote mit sechs Freunden nach Uganda, um die Bäckerei in Betrieb zu nehmen. Schon am Flugplatz Arua wurde die Reisegruppe von dem neuen Gemeindepfarrer Dr. Primus Asega und der Kolpingsfamlie Arua feierlich begrüßt. Nach Überwindung einiger Schwierigkeiten – insbesondere bei der Stromversorgung – konnte der Bischof die Bäckerei segnen und feierlich eröffnen.

Seitdem gibt es ein großes Auf und Ab in dem  Betrieb der Bäckerei. Managementfehler, technische Schwierigkeiten und mangelnde betriebswirtschaftliche Kenntnisse schienen zeitweilig das Projekt ganz scheitern zu lassen. Inzwischen hat ein Bäckerinnenteam die Leitung übernommen und …..

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