Bildung gegen Armut (BgA)

2013-06-01 Bildung gegen Armut - Konzept

Uganda hat eine junge Bevölkerung (50% der Ugander sind im Alter bis zu 14 Jahren). Es besteht Schulpflicht für die Primary School (Grundschule). Die weiterführende Secondary School, die Schulgeld kostet, kann anschließend besucht werden. Mit dem Abschluss wird die Voraussetzung für eine Berufsausbildung oder ein Studium erworben. Die staatlichen Schulen sind schlecht ausgestattet und haben sehr große Schülerzahlen (pro Klasse ca. 50 – 70 Schüler). Die Kirchen engagieren sich, indem sie Kindergärten, Schulen und Berufsausbildungsstätten unterhalten.

Die Schüler müssen oft weite Wege zur Schule zurücklegen. Weiterführende Schulen können meist nur in Verbindung mit einer Unterbringung am Schulort besucht werden. Das Geld dafür haben viele Eltern nicht. Die Ausbildung (möglichst beginnend im Kindergarten) ist die entscheidende Voraussetzung für den Weg aus der Armut. Hier unterstützen wir durch Förderung von Kindergärten und Schulen sowie bei einzelnen Jugendlichen durch Patenschaften.

Wir haben deshalb im Jahr 2010 der Gemeinde Vurra geholfen beim Bau eines „Adolph-Kolping-Kindergartens“, der inzwischen von 100 Kindern besucht wird. Die Gemeinde Obi haben wir dabei unterstützt, den begonnenen Bau einer Primary School weiterzuführen. Die Schule wird inzwischen von 700 Kindern besucht. In dem sehr abgelegenen Gebiet wird vielen Kindern erstmals der Schulbesuch ermöglicht bzw. werden ihnen mehrere Stunden Schulweg erspart.

Seit fünf Jahren helfen wir gezielt einzelnen Jugendlichen beim Schulbesuch. Wir haben Menschen hier bei uns dafür gewonnen, durch Übernahme einer Schulgeld-Patenschaft (monatlicher Beitrag 12 – 14 Euro) einen Teil der Kosten der Ausbildung zu übernehmen und dadurch zum Schulbesuch zu ermutigen. Inzwischen konnten wir mehr als 60 Schülerinnen und Schüler fördern. Über 25.000 Euro wurden dafür aufgebracht.

Wir unterstützen Jugendliche, die Engagement für ihre Ausbildung zeigen und bereits eine Secondary School besuchen oder bald nach Ende der Primary School besuchen wollen. Wir legen Wert darauf, auch Mädchen Hilfe anzubieten, weil diese öfter wegen Geldmangels zu Hause bleiben. Die

Jugendlichen werden uns von den Gemeindepriestern, das sind die Präsides der Kolpingsfamilien, und von Father Cosmas Alule ausgesucht. Sie schicken uns für jeden ausgewählten Jugendlichen zu Beginn der Förderung eine Begründung für die Auswahl, einen Vorstellungsbrief und ein Foto. Diese geben wir an die Sponsoren. Zeugniskopien nach Abschluss eines Schuljahres und eventuell weitere Briefe sind wichtig, um eine persönliche Beziehung zwischen Unterstützer und Unterstütztem herzustellen, wenn das von diesen gewollt wird.

Der Kontakt ist allerdings nicht ganz leicht. Es gibt in Uganda keine Postzustellung wie bei uns. Briefkontakt ist über die Pfarreien möglich. Sie unterhalten Postfächer in der Stadt. Aber die Zustellung können die Priester wegen der Entfernungen und der fehlenden Verkehrswege oft nur nach Wochen oder Monaten besorgen. Das Verschicken von Briefen nach Deutschland dauert dann ähnlich lange. Kopien von Zeugnissen zu erstellen, ist auf dem Land nicht möglich. Es gibt keine Elektrizität. Kommt jemand in die Stadt, kann es passieren, dass es einen Stromausfall gibt, und die Tagesreise war vergeblich. Jugendliche müssen oft nach der Schule und in den Ferien ihren Familien bei der Feldarbeit helfen. Da bleibt keine Zeit für weite Wege in die Stadt. Deshalb sollten Paten nicht ungeduldig sein. Über Post aus Deutschland – z. B. eine Ansichtskarte – freut sich auch in Afrika jedes Kind.

Helfen Sie mit einer Schulpatenschaft – weitere Infos gibt es hier…

Download: Ablauf Schulpatenschaften

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